Tourismus – die Pest der Neuzeit?
Ein häufig genutztes Argument für die neue Kunsthalle ist das Entstehen eines neuen Anziehungsmagneten für den Tourismus in Ravensburg. Stellt sich die Frage, wer den Tourismus oder die Touristen oder -noch schlimmer- die Tagestouristen eigentlich braucht? Ich brauche sie jedenfalls nicht!
Ich lebe in Ravensburg, weil ich in Ravensburg leben will und nicht in Ulm, nicht in München (das Vergnügen hatte ich 4 Jahre lang) und auch nicht in Berlin! Deshalb wehre ich mich gegen jeden Versuch mit Hilfe von Steuergeldern zu versuchen, diesen Städten touristisch Konkurrenz zu machen. Die Provinz hat auch ein Recht darauf Provinz zu bleiben!
Wir brauchen
- keinen zusätzlichen Verkehr
- nicht die vielen teuer erstellten Parkhäuser
- und doch zu wenig Parkplätze
- keine teuren Klamotten in den Läden
- keine teuren Speisen und Getränke in der Gastronomie
- keine Oberschwabenhalle mit roten Zahlen (rund 650.000 EUR Minus im Jahr, Zitat W. Fricker in der SZ vom 13.12.2008)
- nicht jede Woche irgend ein Event und Remmi-Demmi in der Stadt
Und warum nicht? Weil dies alles ursächlich nicht für uns geschieht, sondern immer für andere (aber mit unserem Geld).
War es nicht einmal so gedacht, dass die Händler für die Bürger da sind, um sie mit den notwendigen Dingen des Lebens versorgen? Mittlerweile scheint es so zu sein, dass wir für die Händler da sind: nur noch Kulisse und Statisten für die diversen Tourievents, damit der Handel seine (zu großen?) Umsatzerwartungen erfüllen kann. Weniger wäre mehr!
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: alle Besucher sind willkommen, die ein ursprüngliches, authentisches Ravensburg kennen lernen wollen. Auf alle Touristen die künstlich und teuer mit Hilfe dümmlicher Events angelockt werden, können und sollten wir verzichten.
Autor: BS
Hallo Bernd, ich teile im Grundsatz deine Argumentation zur Eventitis usw. Aber: es gibt kein “urprüngliches” oder anders “authentisches” RV! That’s RV, seit dem Mittelalter so gewachsen: die Händlerdynastie spannt den Rest für sich ein, Rechtsanwälte, Immobilienhaie etc. leben darin wie die Maden im Speck – und jede noch so kleine Wurst hat diese Krämerseelenmentalität intus. Nirgends wird so rücksichtslos Krach gemacht und so bauernschlau blödsinnige Entscheidungen den Leuten vor den Latz geknallt, weil’s angeblich immer fürs große Ganze (Sprich: Kohle, Umsatz …) gut sei – denk doch bloß grad an die unsägliche SMILEY-Aktion des Wifo. Das kann man nur im Suff ertragen – und deswegen denkt der RVer nur in zwei Jahreszeiten: Vor + nach dem Ruten…