Kunstmuseum als Überlebensmittel?

Leserbrief zum Leitartikel in der Schwäbischen Zeitung „Kultur ist ein Lebensmittel“ von Birgit Kölgen, 4. März 2010


In einer kleinen Stadt wie Ravensburg wurden gerade für Kultur 18 Millionen ausgegeben: für das Humpisquartier. Das ist nicht genug und weitere Millionen für das Kunstmuseum werden zum Überlebensmittel stilisiert. Im Kommentar ist Ravensburg eine „zum Meer der Beliebigkeit“ verkommene Kommerzhochburg und das Museum Sozialarbeit. Als ob nicht der „Ravensburger Weg“ es war, der diese beanstandete Kommerzialisierung zum Selbstzweck erhoben hat. Schöner als Frau Kölgen kann man den scheidenden Oberbürgermeister nicht ohrfeigen. Die Frage stellt sich aber nicht „neo-religiös“. Wenn die ökonomischen Verhältnisse vom Stadtkämmerer richtig gedeutet werden können, so hätte man dessen deutliche Warnungen schon vor Jahren ernstnehmen müssen: „ man müsse sich genau überlegen, welches Objekt man als nächstes beginne“ schreibt Lehmann mehrfach und fordert eine Schuldenobergrenze.

Warum nehmen die Entscheidungsträger hier den Fachmann nicht ernst? Die Setzung der Prioritäten wird vom Gemeinderat gebetsmühlenhaft wiederholt – aber verweigert. Die Träume der Stadt sind in der Größenordnung von 100 Millionen angekommen. Bei 100 Millionen Schulden und schlechter Perspektive eine kontrastreiche Traumwelt. In der Tat ist die Debatte über das Kunstmuseum nicht aggressiv sondern bitter nötig.

Seit der im stillen Kämmerlein im Herbst 2007 gefällten Entscheidung hat die Stadtspitze alles getan, daß weder im Gemeinderat noch in der Öffentlichkeit überhaupt eine Debatte aufkommt. Es wurde „abnickreif“ vorgelegt. Die Marketingparole hieß: ein Glücksfall für Ravensburg, Zweifel verboten, basta. Mit nur zwei Gemeinderatsbeschlüssen war ein Großprojekt durch. Dabei war der erste Gemeinderatsbeschluss auch noch nichtöffentlich und von peinlicher Einstimmigkeit. Den Entscheidungsprozess zum Kunstmuseum finden mittlerweile 7 von 7 OB-Kandidaten nicht mehr toll. Die Ausgestaltung der „Plan-Kostenmiete“ ist einmalig in Deutschland und zum Nachteil für die Stadt. Mietvertrag und bestelltes Parteigutachten sind geheim –warum? So wird das „neue Kunstmuseum“ zu „Ravensburg 21“ oder „Veitsburg II“. Dabei geht es aber gar nicht um das Für und Wider eines Kunstmuseums „an und für sich“ sondern es geht um eine vernünftige Frage: Wenn in Zeiten des drohenden Staatsbankrotts (Olaf Henkel) über die Verwendung von rd. 1 Million jährlich – für die nächsten 30 Jahre – entschieden werden soll, so darf eine ernsthafte Debatte darüber gefordert werden, ob der Nutzen für das Gemeinwohl durch die Verwendung in einem weiteren Kulturetat am größten wird. Man darf sehr wohl zweifeln, ob das klammheimliche Hochfahren des Kulturetats gegenüber 2008 um rd. 2 Millionen die beste Mittelverwendung darstellt. In der Tat könnte es segensreicher sein, den für den Kunstmuseumsbetrieb geforderten Etat anderweitig zu verwenden.

Das hat nichts mit Häme zu tun sondern mit Vernunft und Abwägung. „Häme“ geht anders, z.B. so: War es nicht Herr Selinka selbst und dessen berufliches Wirken – Werbung/Marketing – die zu der im Kommentar beanstandeten Kommerzialisierung und Beliebigkeit aller Lebensbereiche einen großen Beitrag geleistet hat – und der salopp formuliert „an unserer Verdummung“ gut verdient hat?


Herbert Stüble

OB-Wahl in Ravensburg: jetzt aktiv handeln!

Liebe Leserinnen und Leser,
jetzt haben Sie die Chance in Ravensburg etwas zu verändern, denn am 14.3. wird ein neuer Oberbürgermeister in Ravensburg gewählt.
Ich (Bernd-Ulrich Szafrynski) kandidiere für dieses Amt! Neben vielen anderen Themen, die mir am Herzen liegen, möchte ich natürlich auch das Kunstmuseum verhindern – aber nur, weil wir uns das nicht leisten können, [...]

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TV-Beitrag im SWR/Landesschau

Am Freitag, den 6.11.2009 wurde im SWR-Fernsehen im Rahmen der Landesschau ein Beitrag zum Kunstmuseum gesendet. Wer ihn noch einmal ansehen möchte oder den Sendetermin verpasst hat, hier der Link zum SWR: “Streit Ravensburger Museumsneubau“.

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Da schau her… – Neuverschuldung in RV 2010 deutlich höher

Wie man heute am (7.11.2009) der Schwäbischen Zeitung entnehmen kann, droht der Stadt 2010 einen höhere Neuverschuldung. Noch am 20.10.09 hat die Stadt der SZ gegenüber von 7 Mio Euro neuen Schulden gesprochen, jetzt sind es schon 13,7 Mio und diese Zahlen können sich nach der Steuerschätzung im November auch noch verschlechtern.
In dem Artikel (Schwäbische [...]

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SWR4 Radiobeitrag am 5.11.2009

Hier können Sie sich den Radiobeitrag auf der SWR-Seite noch einmal anhören: “Widerstand gegen Ravensburger Kunstmuseum“. Der Beitrag öffnet sich in einem neuen Browserfenster (wenn die Seite nicht angezeigt wird, im Browser auf “Neu laden” oder “Aktualisieren klicken”).

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Kunstmuseum RV: der Sachstand am 5.11.2009

Auf der neuen Seite “Der Sachstand” finden Sie alle Informationen zum jeweils aktuellen Stand unserer Aktivitäten. Außerdem können Sie am 6.11.2009 im SWR-Fernsehen in der Landesschau (18.45-19.45) einen Beitrag zum Kunstmuseum sehen. Dieser Beitrag dürfte auch über die entsprechende Internetseite abrufbar sein.

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Danke Taldorf!

Danke Taldorf (und Oberzell) für die Einsicht, 2010 und darüber hinaus sparen zu müssen. Danke Taldorf, dass ihr auch weiterhin ohne Gehweg zwischen Bavendorf und Adelsreute auskommt und Themen wie Schlaglöcher und Straßenbeleuchtung für euch keine große Relevanz haben. Danke, dass ihr Schule und Kindergarten vorläufig nicht sanieren wollt – die Dächer sind doch noch [...]

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TeWS-Kunden beim Kunstmuseum als Kostenträger dabei?

Das neue Kunstmuseum wird nicht nur keine Fenster haben sondern auch keine Heizung und keine Klimaanlage. Mit Heizungskosten rechnet man bei einem schwäbischen Bauherrn nicht. Wie das? „Die Technischen Werke übernehmen im Rahmen vom Anlagencontracting die Lieferung von Wärme und Klimatisierung und stellen die dafür notwendigen Anlagen zur Erzeugung im Haus. Die Verteilung im Haus [...]

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Ein Blick über den Zaun

Zitat aus dem Onlineportal der “Welt”, 9.7.2009:
Berliner gegen Kunsthalle
Skeptisch äußern sich die Berliner gegenüber den Neubauplänen für die Landesbibliothek auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof und einer Kunsthalle am Humboldthafen in der Nähe des Hauptbahnhofs.
Jeweils zwei Drittel der befragten Berliner lehnen die Neubauten angesichts der schlechten Wirtschaftslage ab. Innerhalb der SPD ist vor [...]

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Ja, wählen hilft!

Die Gemeinderatswahl ist vorüber und das Ergebnis ist interessant: die beiden von uns unterstützten Kandidaten konnten beeindruckende Stimmenzuwächse im Vergleich zur letzten Wahl erreichen (absolute Stimmenzahl 2004/2009):

Siegfried Scharpf: von 4.696 auf 8.352 (+78%)
Michael Lopez-Diaz: von 6.274 auf 8.349 (+33%)

Herzlichen Glückwunsch!

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